Trackspatz auf Weltreise

Daten & Fakten Baltikum

Daten & Fakten Baltikum

Knapp zwei Wochen lang sind wir durchs Baltikum kutschiert. Der Reisebericht dazu kann man >hier< lesen.
Dazu ein paar Daten, wie wir Land und Leute erlebt haben. Pros und Kontras.

 

Erreichbarkeit

Auf Fahrzeuge mit einem Deutschen Kennzeichen trifft man sehr oft im Baltikum. Die Deutschen sind eben Reiseweltmeister, das betrifft auch das Baltikum.
Per Flugzeug sind alle drei Hauptstädt sehr einfach aus allen großen Deustchen Flughäfen zu erreichen. Das populärste Ziel wird wohl Tallin sein, inbesondere, wenn der Weihnachtsmarkt auf dessen Rathausplatz stattfindet.

Die schnellste Route mit dem Fahrzeug ins Baltikum dürfte wohl über Görlitz, Posen und den Masuren sein. Interessanter ist aber sicher die Route an der Ostseeküste entlang - ob man dann aber durch die Russische Exklave mit Königsberg, oder drum herum fährt, ist Geschmackssache oder eher eine Frage des Beschaffens eines russischen Visums.

Wir fuhren mit unserem Expeditions-Fahrzeug über Breslau in Polen bis nach Kattowitz, bogen dort nach Norden ab, und durch Lodsch nach Allenstein in Ostpreußen. Der Rest bis ins Baltikum ergibt sich dann.

 

Grenzen, Einreise

Wir befinden uns in der EU, von Polen durchs Baltikum bis Finnland alles Länder des Schengener Abkommens. Grenzkontrollen finden nicht statt, auch nicht wegen Corona. Jeweils in beide Richtungen nicht. Auch keine Stichproben. Grenzübergänge sind noch nicht einmal zu erkennen. Trotzdem sollte man die "Grüne Versicherungskarte" mitnehmen.
Die Grenzen zu Russland waren allerdings alle geschlossen - aufgrund Corona eben.

 

Kraftstoff und Verkehr

Zum Zeitpunkt unserer Reise kostete ein Liter Diesel in Deutschland etwas über einen Euro. In Polen bewegte sich der Preis zwischen 95 und 105 Eurocent. Es hieß, wir sollen in Polen volltanken, denn nirgends in Europa sei der Sprit so günstig. Wir sollten uns täuschen.
In Litauen gab es viele Tankstellen, die einen Liter Diesel für unter 90 Cent anboten. In Lettland war es wieder etwas teurer: im Schnitt 1,05 Euro. In Estland kostete diese kostbare Flüssigkeit fast überall 99 Cent.
Möchte man weiter nach Finnland reisen, sollte man auf jeden Fall volltanken, denn dort ist der Kraftstoff sehr teuer!

Vor 10-20 Jahren hieß es, im Baltikum gibt es die meisten Unfälle mit Todesfolge in Europa. Das scheint sich gewaltig geändert zu haben. Es wird weder gedrängelt noch gehupt. In allen drei Ländern ist das Autofahren sehr „relaxed“. Tendenz: je weiter im Norden, desto relaxter. Und einem Stau sind wir im Baltikum nie begegnet.
Die Straßenverhältnisse sind gut. Allerdings sind viele Straßen im Abseits nur geschottert. Dort allerdings scheinen die Balten ebenso relaxed zu fahren, was bei Regen und Schnee dann doch zu brenzligen Situationen führen kann.
Es herrscht Lichtpflicht im ganzen Jahr. Blitzer gibt es an allen Ecken und Enden. Verstöße dagegen sind angeblich saftig. Autobahnen gibt es so gut wie keine. Maut Vignetten kennt man dort nicht.

Die Grenze im Osten Estlands nach Russland war geschlossen und verlassen...
Die Grenze im Osten Estlands nach Russland war geschlossen und verlassen...

 

Mobiles Internet

Über den Kauf von SIM-Karten im Baltikum können wir nichts sagen. Wir benutzten das Roaming unserer deutschen SIM-Karten, D2 uns O2. Zusätzlich stand uns noch jede Menge unverbrauchtes Kontingent der 10 GByte Prepaidkarte der Deutschen Telekom aus Polen zur Verfügung. Auch dieses können wir per Roaming in allen drei Baltikumländern verbrauchen. Wir waren damit versorgt.

Freies WLan gibt es an allen Ecken und Ende, in jedem Geschäft, Café, Restaurant. Tallin ist fast komplett mit freiem WLan abgedeckt. Man stellt sich an eine Bushaltestelle und hat WLan. Kostenlos und ohne irgendwelche Anmeldungen.

 

Menschen, Kultur und Religion

Aufgrund Corona haben wir natürlich kaum Geselligkeit wahrgenommen. Der „Durchschnittsbalte“ begegnete uns freundlich und distanziert. Proletenhaftes Getue, wie in Deutschland schon fast üblich, fehlte.
Der Balte ist abgehärtet. Wenn wir an einem schönen See standen und aufs eisige Wasser blickten und gedanklich schon mit Frostbeulen kämpften, war es schon fast üblich, dass ein Fahrzeug um die Ecke kam, die Klamotten abwarf und ins Wasser stürzte. Gemeint sich natürlich die Insassen.
Über die Kultur können wir nicht allzu viel sagen. Museen etc. besuchen wir eigentlich kaum noch. Markante Altstädte und Gebäude aus den Vorkriegszeiten findet man noch im Süden von Litauen, ansonsten sieht fast alles recht steril und modern aus.
Die Kirchendichte scheint ähnlich Deutschlands. Litauen ist durch und durch römisch-katholisch. Lettland ist evangelisch-lutherisch und katholisch geprägt, aber auch der orthodoxe Glaube ist nicht zu übersehen. In Estland hat die evangelisch-lutherische Kirche die größte Bedeutung. Estland bezeichnet sich allerdings als das Land mit den höchsten Atheistenanteil weltweit. Im Gegensatz dazu findet man im Osten des Landes ein paar Dörfer der Altgläubigen, in denen ein strenger russisch orthodoxer Glaube gelebt wird.

Auf der Kurischen Nehrung im Hochsommer - für uns war das Wasser zu kalt, für die Einheimischen nicht.
Auf der Kurischen Nehrung im Hochsommer - für uns war das Wasser zu kalt, für die Einheimischen nicht.

 

Sprache

Jedes Land hat seine eigene Amtssprache. Litauisch, Lettisch und Estnisch mit etlichen Dialekten. Natürlich beherrschen die meisten Menschen auch die russische Sprache, leben doch noch viele Russen in diesen Ländern.
Das Baltikum orientiert sich sehr am Westen Europas. So ist es nicht verwunderlich, dass man sich mit der Englischen Sprache im Baltikum problemlos zurechtfindet. Manchmal wird man sogar direkt auf Englisch angesprochen. Und manchmal sogar auf Deutsch..

 

Landschaft

Das Baltikum ist flach. Sehr flach. Die höchsten Berge sind die Sanddünen der Kurischen Nehrung. Dafür gibt es Bäume. Viele Bäume. Sogar Wälder. Viele Wälder. Eigentlich überall. Dazwischen immer wieder ein idyllischer See. Einer der größten Seen Europas liegt in Estland: Lake Peipus.
Wer Küste, Strand und Inseln mag, begibt sich an die Ostsee. Dort gibt es kilometerlange Strände. Besonders zu erwähnen ist eben die Kurische Nehrung.
Aufregende „must see“ Landschaften gibt es im Baltikum kaum. Man fährt einfach mal geradeaus durch die Länder und man hat alles gesehen. Das Baltikum ist eigentlich nichts für Entdeckungen, sondern eher etwas für die Erholung am Strand.

Bäume gibt es genügend im Baltikum. Kein Wunder besteht fast jedes Haus aus Holz.
Bäume gibt es genügend im Baltikum. Kein Wunder besteht fast jedes Haus aus Holz.

 

Geld, Kosten und Einkaufen

Estland, Lettland und Litauen sind alles Euro-Länder. Bargeld wird allerdings kaum genutzt. Und wenn, werden manchmal sogar 10-Euro Scheine durchleuchtet, ob sie auch echt sind. Bezahlt wird bargeldlos. Meist kontaktlos. Auch kleinste Beträge. An fast allen Kassen konnten wir Apple-Pay unserer Handys benutzen.

Alles in allem können wir sagen, dass das Baltikum zwar kein Billigland ist, das Preisniveau jedoch an Tankstellen, Restaurants und Supermärkte merklich niedriger ist, als in Deutschland.

Die Balten scheinen gerne einkaufen zu gehen. So gibt es im Baltikum Supermärkte wie Sand am Meer. Lidl gibt es nur in Litauen. Aus Lettland und Estland hat sich diese Discountkette zurückgezogen. Ein Grund sei wohl, dass man dort eher Markenartikel und lokale Produkte wünscht. Aufgefallen sind uns die Supermarktketten Spar, Coop und Maksimarket oder Maxima. Das Angebot entspricht im Großen und Ganzen den Deutschen Supermärkten.

Das Baltikum ist übersät mit Supermärkten. Das Angebot ist riesig und gut.
Das Baltikum ist übersät mit Supermärkten. Das Angebot ist riesig und gut.

 

Wetter, Saison

Wir befanden uns im Hochsommer mitten in der Saison im Baltikum. Bis auf einen nieseligen Tag war das Wetter zwar nicht heiß, aber meist wunderschön.
Besucherströme blieben aus, die Strände waren wie ausgestorben. Hier und da beklagten sich Kiosk- und Café-Betreiber über das Ausbleiben Deutscher Touristen. Warum gerade Deutsche Touristen? Ja, tatsächlich. Wenn uns mal ein Fahrzeug aus dem Ausland begegnete, so hatte es ein Deutsches Kennzeichen.

 

Unterkunft / Wildes Camping

Hotels haben wir nicht besucht, denn wir übernachten immer in unserem Reisemobil.
Campingplätze gibt es überall, haben wir aber auch nicht genutzt. Die Preise liegen auf dem gleichen Level wie in Deutschland.
Wer kennt nicht das Jedermannsrecht Skandinaviens? Das gilt im Großen und Ganzen auch im Baltikum. Die Bevölkerung toleriert das Freistehen und nutzt dies auch selbst recht intensiv. Wir hatten nie irgendwelche Probleme.
Das Jedermannsrecht bedeutet allerdings nicht, dass ich einfach überall campieren darf. Das Campieren in Nationalparks ist streng verboten. Es ist auch nicht erlaubt, einfach irgendwo mit einem Allrad auf eine Wiese zu fahren um sich dort einzurichten. Im Baltikum ist man sehr auf die Erhaltung der Natur bedacht. Man sollte sich Plätze und Wege suchen, die auch sichtlich genutzt werden.

Ein Beispiel eines Übernachtungsplatzes im Baltikum - hier bekommt man keinerlei Probleme.

Ein Beispiel eines Übernachtungsplatzes im Baltikum - hier bekommt man keinerlei Probleme.
Beispiel von Übernachtungsplätze im Baltikum - hier bekommt man keinerlei Probleme.


Zum Reisebericht durch das Baltikum gelangt man über diesen Link:
>Reisebericht Baltikum<

 

Julie

Geschrieben von : Julie

Hinweis
Eingegebene Kommentare sind nicht sofort sichtbar.
Der Trackspatz guckt immer erst mal drauf, ob's sich nicht schon wieder um Werbe-Spam handelt

Kommentareingabe ausblenden

3000 Buchstaben übrig


Trackback URL

 

­