Trackspatz auf Weltreise

Warlack in Ostpreußen

Warlack in Ostpreußen

Vor genau neun Jahren sind wir schon mal mit SUV und Dachzelt durch Ostpreußen gefräst.

Sozusagen auf den Spuren unserer direkten Vorfahren: Erst waren wir im Heimatdorf von "Zausels" Mutter, und dann wurde es spannend:

Julies Vater besaß einst ein recht großes Gut in Ostpreußen. Das wollten wir besuchen - wussten aber nur den Bezirk und hatten keinerlei genauen Anhaltspunkt. Nur einige kurze Erwähnungen ihres mittlerweile verstorbenen Vaters, wie der Zufahrtsbereich ausgesehen haben könnte. Planlos irrten wir mit dem Auto durch die Gegend und wollten schon aufgeben. Plötzlich sah Julie eine Hofeinfahrt mit einem Ententeich und wusste auf seltsame Weise sofort: Das ist es!!!

Unerklärlich.

Das Gut von Julie's Vater umfasste etwa 15 Gebäude. Jetzt sind noch 6 davon übrig geblieben.
Das Gut von Julie's Vater umfasste etwa 15 Gebäude. Jetzt sind nur noch 6 davon übrig geblieben.

Wir bogen ein - und eine halbe Stunde später saßen wir in der Küche des Hauses, in dem Julies Vater aufgewachsen ist und gelebt hat. Freundlich bewirtet von der Familie des Mannes, mit dem der Vater schon seine Kindheit verbracht hat, und die jetzt den Hof bewohnt. Eine berührende Situation.

Jetzt, neun Jahre danach, wollen wir natürlich wieder mal reinschauen. Diesmal wissen wir ja, wo es ist.

Flott eingebogen, und schon stehen wir wieder auf dem Hof, umringt von Menschen, die wir nicht kennen. Sie uns natürlich auch nicht.

Niemand spricht deutsch oder englisch.

Aber sofort ist ein Handy parat, das Julie ans Ohr gedrückt wird. Am anderen Ende Adam, ein Sohn der Familie, die wir neun Jahre zuvor besucht hatten. Er ist viel in Deutschland tätig und spricht perfekt deutsch.

Was für ein aberwitziger Zufall: Gerade eben ist er, aus Düsseldorf kommend, in Allenstein gelandet und kommt schnellstmöglich mit dem Auto zu uns. Bis dahin sollen wir es uns gut gehen lassen.

Und schon sitzen wir in der ehemaligen Schröterschen Küche gemeinsam mit allen anderen beim Mittagessen. Es kommt sogar eine flotte Unterhaltung in Gang: Mittels Smartphone und Google-Übersetzer. Es klappt wunderbar, und es wird viel gelacht.

Aber nicht nur gelacht: Wir erfahren, das das Ehepaar, das wir bei dem vorigen Besuch kennen- und schätzen gelernt hatten, mittlerweile verstorben ist. Schade. Auf die hatten wir uns gefreut.Jetzt sitzen wir mit ihren Kindern und Enkeln zusammen.

Zur Zeit wir viel umgebaut und modernisiert. Der Grillbereich ist zumindest schon fertig.

Dann kommt Adam, und mit ihm kommt richtig Leben in die Bude. Im Garten steht eine urgemütliche Sitzgruppe mit einem Riesenschirm, daneben ein großer Gasgrill. Und der wird gebraucht:

Binnen kürzester Zeit sind Unmengen an Grillfleisch, Würsten Beilagen und Salaten aufgefahren. Uns zu Ehren steigt eine formidable Grillfete. Eine gigantische Gastfreundschaft:

Irgendjemand trinkt ein knallrotes Bier. Julie würde das auch gern mal probieren. Nach einer Weile bekommen wir mit, dass es die letzte Flasche dieses Bieres war - und dass ganz selbstverständlich einer losgefahren ist, um noch so ein Fläschchen zu besorgen.

Wahnsinn.

Es wird gegrillt, was das Zeugs hält.

Der Kracher des Abends aber ist, als wir gefragt werden, wann wir denn das Frühstück haben wollen.

Geht‘s noch?

Gegen Mitternacht verziehen wir uns zum Schlafen in unseren Felix - und tatsächlich werden wir um neun Uhr zum Frühstück gerufen.

Rührei mit Schinken und und und ...

Frühstück mit Speck und Eiern

Dazu Kaffee, in dem der Löffel stehenbleibt. Der Wodka vom Abend muss schließlich bekämpft werden,

Julie macht noch etliche Luftaufnahmen mit unserer Drohne, die wir gleich vor Ort bei größtem Interesse überspielen.

Und dann heißt es Abschied nehmen.

Es ist und bleibt herzlich.

Wir fahren noch nach Warlack zur Kirche, die Julies Vater als Gutsherr so oft mit der Kutsche besucht hat. Zufällig ist sie offen, weil eine Frau gerade den Altar schmückt.

Nachdenklich stehen wir vor den Ehrenstühlen im Chor, wo er hat sitzen müssen -was er stets in Frage gestellt hat.

Wenn wir wieder daheim sind, werden wir auf Besuch aus Polen warten.

Dann gibt es bei und Frühstück.

Rührei mit Schinken.

 

Die Kirche in Wolfsdorf. Hier wurde Julie's Vater getauft
In dieser Kirche wurde Julie's Vater getauft.

Hier liegen Julie's Vorfahren begraben...
Hier liegen Julie's Vorfahren begraben...

 

Julie

Geschrieben von : Julie

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Der Trackspatz guckt immer erst mal drauf, ob's sich nicht schon wieder um Werbe-Spam handelt

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