Trackspatz auf Weltreise

Der Olymp mal ganz anders...

Der Olymp mal ganz anders...

Wie ich bereits in anderen Texten erwähnte, sind wir, was unsere „freien“ Übernachtungsplätze anbetrifft, eher zurückhaltend. Wir wollen zum einen niemandem Ärger verursachen (der vielleicht schon üble Erfahrungen mit Wildcampern gemacht hat), andererseits wollen wir natürlich selbst auch keinen Ärger bekommen.

Darum suchen wir unter Nutzung der Geländegängigkeit unseres Autos möglichst abgelegene Flecken fern jeder Bebauung. Und NIE in Naturschutzgebieten.

Manchmal ist dies schwierig. So wie gestern.

Wir waren am Olymp. Ja, wir waren sogar ziemlich weit oben. Der im Netz empfohlene Stellplatz taugte überhaupt nicht – es war der Parkplatz eines Ausflugslokals und Startplatz für sämtliche Bergwanderer.

Camp am Olymp

Also zurück Richtung Tal. Der wirklich einzige Platz, der sich auch nur entfernt anbot, war eine etwas tiefer in den Wald gehende Bucht unterhalb eines Holzhäuschens an der Bergstraße. Die Außenstelle des Verkehrsamts, zuständig für den Nationalpark. Ausgerechnet. Es wurde Abend, und mit viel Verkehr war nicht mehr zu rechnen. Also bauten wir uns dort auf. Mit schlechtem Gewissen und der Befürchtung, doch irgendwann weggescheucht zu werden. Außerdem drohen Wildcampern Strafen bis zu 400 Euro! Nichts geschah. Morgens saßen wir noch mit der Kaffeetasse vorm Auto, als plötzlich ein anderes Auto auf den Platz schoss, eine junge Frau ausstieg, geschwind zum Häuschen aufstieg und dieses „in Betrieb nahm“. Sch … aber auch. Prompt kam sie nach kurzer Zeit zu uns herabgestiefelt mit irgendwelchen Papieren in der Hand.

Es war ein Faltplan vom Olympmassiv, und sie wollte uns für die Erkundung der Gegend die besten Tips geben. Im übrigen seien wir herzlich willkommen am Olymp. Wenn wir noch Fragen hätten oder irgendetwas brauchten: Sie sei jederzeit für uns da.

Faszinierend!!!

Kurz danach brachte sie uns noch Kirschen vom einzigen dort wachsenden Kirschbaum.

Irgendwann gingen Julie und ich auch hoch zu ihr, wo sie in einer beeindruckenden Freundlichkeit Werbung für den ganzen Naturpark Olymp machte – mit vielen, vielen Tips für Ziele und Themen, die dem „gemeinen“ Besucher verborgen bleiben. Schließlich schloss sie sogar ihren „Laden“ ab, nahm Julie bei der Hand und führte sie zu zu einem Platz, wo seltene Walderdbeeren wachsen.

Dann schenkte sie uns noch einen gedruckten Bergführer vom Olymp sowie ein wirklich schönes Poster.

Lange sprachen wir noch miteinander, und sie erzählte voller Engagement von ihrer Tätigkeit, die sich nicht nur auf Auskünfte für Touristen beschränkt, sondern auch aktiven Naturschutz in dieser faszinierenden Landschaft einschließt. Diese Frau kennt dort wirklich jeden Stein und jeden Baum.

Es war ein ungemein herzliches Kennenlernen und ein ganz, ganz großer Edelstein in unserer Sammlung von Begegnungsjuwelen.

Schön. Einfach nur schön.

Angeblich soll ja Zeus da oben im Massiv des Olymps wohnen. Er hat auch ganz schön drohend gegrollt. Oder war es nur ein Gewitter?
Beim Teutates...!

Olymp

Zausel

Geschrieben von : Zausel

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